Finde das passende Schweißgerät (WIG/TIG) für dich
WIG/TIG-Schweißen ist das präziseste Schweißverfahren für dünne Bleche, Edelstahl und Aluminium. Diese Kaufberatung erklärt die wichtigsten Merkmale, die du als Einsteiger oder Heimwerker beachten solltest: welche Stromarten und Schweißmodi wichtig sind, wie Leistungsdaten wie Einstellbereich und Einschaltdauer zu lesen sind, welche Steuerungsfunktionen dir das Arbeiten erleichtern und worauf du bei Kühlung und Bauweise achten solltest.
Am Ende verstehst du, welche Geräteklassen für einfache Reparaturen, für anspruchsvolle Metallarbeiten oder für den Profi-Alltag geeignet sind. So findest du das Gerät, das zu deinem Einsatzgebiet und deinen Kenntnissen passt.
Stromart: AC vs. DC und Werkstoffkompetenz
Die Wahl der Stromart (AC oder DC) bestimmt, welche Materialien du sauber und stabil verschweißen kannst. DC (Gleichstrom) eignet sich sehr gut für Stahl und Edelstahl: der Lichtbogen ist stabil und die Einbrandform ist kontrolliert. AC (Wechselstrom) ist dagegen oft notwendig für Aluminium, weil die Wechselstrom-Komponente Oxidschichten aufbricht und so das Benetzen des Materials ermöglicht. Moderne Geräte bieten häufig sowohl AC- als auch DC-Funktionen, damit du flexibel bleibst. Wenn du hauptsächlich Aluminium verarbeitest, achte auf gute AC-Regelung (z. B. einstellbare AC-Offset und Frequenz), denn das beeinflusst die Reinigungswirkung und Form des Nahtbildes. Beachte außerdem, ob das Gerät zusätzlich MMA/Stick-Modus unterstützt — das erweitert die Einsatzmöglichkeiten, ist aber kein Ersatz für echtes AC-TIG, wenn du Aluminium schweißen willst.
DC (Gleichstrom)
- Vorteile: sehr stabiler Lichtbogen, gut für Stahl und Edelstahl, einfachere Handhabung für Einsteiger.
- Typische Anwendung: Reparatur- und Aufbauarbeiten an Stahlkonstruktionen, Edelstahlrohre, dünne bis mittlere Bleche.
AC (Wechselstrom)
- Vorteile: entfernt Oxidschichten auf Aluminium während des Schweißens, ermöglicht saubere Naht bei NE-Metallen.
- Typische Anwendung: Aluminium- und Magnesiumschweißen; wichtig sind einstellbare AC-Parameter für optimales Ergebnis.
Kombigeräte
- AC/DC-Kombination: bietet größte Flexibilität, wenn du verschiedene Materialien verarbeiten willst.
- Worauf achten: echte AC-Funktionen und keine rein softwaregestützten Modi ohne echte Wechselstromausgabe.
Strombereich und maximale Schweißstärke
Das Amperespektrum eines WIG-Geräts bestimmt, welche Materialdicken du sauber verschweißen kannst. Für feine Arbeiten an dünnem Blech reichen 5–150 A, für übliche Werkstattarbeiten werden 10–200 A oder mehr benötigt. Wichtiger als nur die maximale Stromstärke ist die Einstellbarkeit: feine Regelbarkeit im unteren Bereich erleichtert das Schweißen dünner Bleche, während eine hohe Maximalleistung für dickere Werkstücke und längere Nahtpassagen nötig ist. Achte außerdem auf die minimale einstellbare Stromstärke (z. B. 2–5 A bei guten Geräten), denn sie ermöglicht das saubere Anfangen auf sehr dünnem Material. Die Angabe, für welche Materialdicken ein Gerät empfohlen wird, hilft bei der Einordnung, ist aber immer mit Blick auf das Ampere-Spektrum zu sehen.
Niedriger Bereich (unter 20 A)
- Einsatz: sehr dünne Bleche, filigrane Arbeiten, Schmuck oder Prototypen.
- Merkmal: gute Feinregelung und stabiler Start sind entscheidend.
Mittlerer Bereich (20–150 A)
- Einsatz: typische Werkstatt- und Heimwerkeraufgaben an Edelstahl und Stahl.
- Merkmal: vielseitig, deckt viele Anwendungen ab.
Hoher Bereich (über 150 A)
- Einsatz: dickere Bleche, industrielle Anwendung, größere Durchbringungen.
- Merkmal: oft gekoppelt mit besserer Kühlung und höherer Einschaltdauer.